Das Herz des Vereins ist das Ehrenamt

Eine Woche - die bleibt - als Fußballheld auf DFB Bildungsreise nach Spanien
Artikel vom 7. Oktober 2026
Der Artikel wird präsentiert von:
SV LIlienthal-Falkenberg - U16 Junioren - Bericht seiner Spanien Fahrt nach Santa Susanna
- Die Einleitung verfasste und präsentiert Burkhard Wenorz
- Eindrücke der Bildungsreise sowie Fotos von Justin Miesner
Einleitung
- Seit 2016 bringen KOMM MIT und der DFB junge Ehrenamtliche zusammen, die den Jugendfußball mit Herzblut leben: die FUSSBALL HELDEN*INNEN. Jedes Jahr reisen zwischen 230 und 270 junge Trainer*innen, Jugendleiter*innen und Schiedsrichter*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Santa Susanna, Spanien um ihr Engagement zu feiern, sich fachlich weiterzubilden und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.
- Woche für Woche stehen sie für ihre Teams auf dem Platz, motivieren Spieler*innen, organisieren Trainings- und Hintergrund, aber immer mit Herz.
- Die Fußballhelden sind diese Menschen, junge Ehrenamtliche, auf die sich ihre Vereine verlassen.
- Die Bildungsreise ist zugleich auch eine Wertschätzung und eine Inspiration und unvergesslicher Momente.
- Auch unser SV Lilienthal-Falkenberg hat im Laufe der letzten Jahre dem Verband junge Ehrenamtliche Jugendtrainer gemeldet.
- Es wurden bisher ausgezeichnet Janis Krause, Christian Haar und Nils Markowsky.
- In diesem Jahr 2026 freute sich Justin Miesner auf die Bildungsreise nach Santa Susanna.
Der Ferienort
- Santa Susanna ist eine Gemeinde in der Provinz Barcelona im Nordosten Spaniens. Sie liegt in der Comarca Maresme und gehört zur Metropolregion Ärea Metropoliana de Barcelona. Der Ferienort Santa Susanna liegt etwa 60 Km nördlich von Barcelona am Mittelmeer in einer durchschnittlichen Höhe von ca. 10 m.
Die Unterkunft
- Das AQUA Hotel Onabravo & Spa Sup ist ein 4**** Hotel und liegt im Zentrum von Santa Susanna und befindet sich an der Strandpromenade mit Blick auf das Mittelmeer.
Der Bericht von Justin Miesner
Sechs Jahre ehrenamtliches Engagement als Jugendtrainer beim SV Lilienthal-Falkenberg führten zu einer besonderen Auszeichnung – und schließlich zu einer Reise, die weit mehr wurde als eine Fortbildung. Bei der FUSSBALLHELDEN-Bildungsreise von DFB und KOMM MIT in Santa Susanna erlebte ich fünf Tage voller Fußball, neuer Impulse, besonderer Begegnungen und einer Gemeinschaft, die nur schwer in Worte zu fassen ist.
Es ist Sonntag, ich bin wieder zu Hause – und so richtig begriffen habe ich noch immer nicht, was in den vergangenen Tagen eigentlich passiert ist. Wenn ich an diese Woche zurückdenke, ist da vor allem Dankbarkeit. Dazu ein breites Grinsen und tatsächlich immer wieder Gänsehaut. Ich habe in meinen 30 Lebensjahren schon einiges erleben dürfen, aber diese Tage in Spanien waren wahrscheinlich eine der intensivsten, lehrreichsten und spannendsten Wochen meines bisherigen Lebens. Dabei begann alles eine Woche zuvor mit sehr viel Ungewissheit.
25 Stunden Busfahrt – und plötzlich ist man keine Gruppe Fremder mehr
Am Sonntag, 27. September, startete für mich in Bremen die Reise nach Santa Susanna. Rund 240 junge Ehrenamtliche aus ganz Deutschland waren für die FUSSBALLHELDEN-Bildungsreise ausgewählt worden – und fast niemand kannte sich vorher. Rund 25 Stunden Busfahrt lagen vor uns. Was zunächst nur nach einer sehr langen Anreise klingt, wurde bereits zum ersten besonderen Teil der Woche. Schon während der Fahrt entstanden intensive Gespräche und erste Kontakte. Man erzählte von seinem Verein, seiner Mannschaft und seinem Weg ins Ehrenamt, aber genauso von ganz anderen Dingen. Bereits hier zeigte sich etwas, das die gesamte Woche prägen sollte: Fußball hatte uns zusammengebracht, aber sehr schnell ging es um viel mehr als Fußball.
Nach rund 25 Stunden erreichten wir schließlich das Hotel Ona Brava. Die lange Fahrt steckte natürlich in den Knochen, doch spätestens beim Aussteigen war die Müdigkeit vergessen. Vor dem Hotel warteten das Organisationsteam und die Referenten und empfingen uns mit Applaus, Musik, Gesang und Tanz. Die Sonne schien und ich weiß noch genau, dass ich eigentlich nur mit einem riesigen Grinsen aus diesem Bus steigen konnte.
Nach dem Check-in erhielten wir eine große Ausstattung mit Shirts, Rucksack, Cap, Socken, Kulturtasche und vielem mehr. Anschließend ging es gemeinsam und einheitlich gekleidet zum Strand. Rund 240 junge Ehrenamtliche auf einmal blieben natürlich nicht unbemerkt. Dort folgten Gruppeneinteilung, Kennenlernspiele und Fotos. Für mich ging es in die Gruppe „AB-Jugend 2“, außerdem kamen die mehr als 30 Teilnehmer aus Niedersachsen zusammen.
Schon nach diesen ersten Stunden hatte ich das Gefühl: Das könnte eine richtig gute Woche werden. Am Abend folgte die offizielle Eröffnung im Hotel. Organisatoren und Referenten wurden vorgestellt, es gab Musik, ausgelassene Stimmung und natürlich auch das eine oder andere Kaltgetränk. Bereits da wurde deutlich, wie schnell aus einer großen Gruppe fremder Menschen eine Gemeinschaft entstehen konnte.
Eine Woche lang für das Ehrenamt gefeiert
Was uns durch die gesamte Woche begleitete, war eine Form der Wertschätzung, die ich so vorher noch nie erlebt hatte. Bei den großen gemeinsamen Veranstaltungen lief der KOMM-MIT-Song, während Organisationsteam, Referenten und Mitarbeitende rechts und links Spalier standen, klatschten, sangen und jubelten. Dieses Ritual verlor auch beim wiederholten Mal nichts von seiner Wirkung.
Rückblickend kann man es eigentlich ganz einfach sagen: Wir durften uns eine ganze Woche lang für unser Ehrenamt feiern lassen. Normalerweise steht man als Jugendtrainer auf irgendeinem Trainingsplatz zu Hause, bereitet Einheiten vor, organisiert Spieltage, beantwortet Nachrichten und erledigt viele Dinge, die außerhalb des eigenen Vereins kaum jemand mitbekommt. In Santa Susanna standen plötzlich Menschen Spalier und applaudierten uns genau dafür.
Diese Wertschätzung steckte auch in der gesamten Organisation. Hotel und Verpflegung waren hervorragend. Morgens, mittags und abends war für uns gesorgt. Und wenn man bedenkt, was für rund 240 Menschen organisiert werden musste – Busse und Transfers, Zimmer, Essen, Trainingsplätze, Referenten, Workshops, Ausflüge, Veranstaltungen und vieles mehr –, kann man vor der Arbeit im Hintergrund nur großen Respekt haben. Besonders beeindruckend war dabei die Herzlichkeit des gesamten Teams.
Von morgens um sieben bis spät in die Nacht
Vielleicht erklärt der Tagesablauf ein wenig, warum sich diese wenigen Tage so intensiv anfühlten. Wer wollte, konnte bereits morgens um 7 Uhr beim Athletiktraining am Strand starten – und auch zu dieser Uhrzeit waren erstaunlich viele dabei. Danach ging es praktisch ohne Pause weiter: Frühstück, Training, Theorie, Workshops, Challenges und Abendveranstaltungen. Das offizielle Programm dauerte teilweise bis 23 Uhr – und danach saß man trotzdem noch zusammen, erzählte, lachte, feierte oder trank ein Kaltgetränk. Schlaf war in dieser Woche manchmal eher Verhandlungssache. Aber man wollte einfach möglichst wenig verpassen.
Fußballerisch und menschlich weiterentwickeln
Ich wollte diese besondere Möglichkeit ganz bewusst nutzen, um mich weiterzuentwickeln – fußballerisch und fachlich als Trainer, aber genauso menschlich. Ich wollte neues Wissen sammeln, andere Sichtweisen kennenlernen, mich mit Trainern aus ganz Deutschland austauschen und über den eigenen Tellerrand hinausschauen.
Seit mittlerweile sechs Jahren bin ich Jugendtrainer beim SV Lilienthal-Falkenberg und begleite seit Beginn denselben Jahrgang 2011, inzwischen im U16-Bereich. Diese Mannschaft und diese Aufgabe bedeuten mir unglaublich viel. Entsprechend wichtig war mir, möglichst viele neue Ideen und Erfahrungen mit nach Hause zu nehmen.
Für unsere Gruppe ging es auf den Fußballplatz nach Malgrat de Mar. Über Dienstag und Mittwoch verteilt standen vier intensive Praxiseinheiten sowie theoretische Inhalte auf dem Programm. Das Wetter erinnerte dabei zeitweise eher an Norddeutschland als an die spanische Mittelmeerküste – dem Spaß tat der Regen allerdings überhaupt keinen Abbruch.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der „Trainingsphilosophie Deutschland – unser Weg“. Wir arbeiteten mit hochqualifizierten Referenten, darunter aktive und ehemalige Jugendnationaltrainer, die teilweise Spieler auf ihrem Weg begleitet haben, die später im deutschen Spitzenfußball angekommen sind. Trotz ihrer enormen Erfahrung waren die Referenten unglaublich nahbar, beantworteten Fragen, diskutierten mit uns und gaben ihr Wissen weiter.
Inhaltlich habe ich enorm viel mitgenommen: hohe Intensität und viele Wiederholungen, spielnahe Situationen, Entscheidungen unter Zeit- und Gegnerdruck und konstruktives Feedback. Dabei ging es nicht darum, einfach fertige Übungen zu kopieren, sondern den eigenen Werkzeugkasten als Trainer zu erweitern und gleichzeitig die Freude am Fußball nie aus den Augen zu verlieren.
Die Einheiten waren körperlich fordernd und gleichzeitig so interessant, dass ich zwischendurch wirklich dachte: Wenn die Knochen mitgemacht hätten, hätte ich noch zwölf Stunden weitertrainieren können. Auch wir Teilnehmer waren gefordert. Ich musste selbst eine Trainingsübung vor meiner Gruppe vorstellen und anleiten, die anschließend bewertet wurde. Für die allerbeste Übung innerhalb der Gruppe hat es zwar nicht ganz gereicht, das Feedback fiel aber sehr positiv aus. Gerade solche Situationen waren wertvoll: selbst Verantwortung übernehmen, sich einer Bewertung stellen, Feedback bekommen und daraus lernen.
Ein weiterer fachlicher Höhepunkt war für mich der Workshop „Mit Fragen besser coachen“. Dabei ging es darum, Spielern nicht immer sofort die Lösung vorzugeben, sondern sie durch die richtigen Fragen zum eigenen Denken und Entscheiden zu bringen. Was hast du gesehen? Warum hast du dich so entschieden? Welche andere Möglichkeit hätte es gegeben? Spieler sollen Fußball nicht nur nach Anweisung spielen, sondern Situationen selbst verstehen und Verantwortung übernehmen. Genau solche Impulse möchte ich künftig noch stärker in meine Arbeit einfließen lassen. Neben dem ohnehin vollen Programm warteten auch noch Aufgaben auf dem Online-Campus. Am Ende konnte ich dadurch zusätzlich meine C-Lizenz verlängern.
Challenges, besondere Begegnungen und jede Menge Alarm
Durch die gesamte Woche zogen sich außerdem Gruppen-Challenges. Lattenschießen, Ballhochhalten, Tischtennis, Headis und weitere Aufgaben brachten Punkte – und aus kleinen Wettbewerben entwickelte sich schnell erstaunlicher Ehrgeiz. Vor allem bei den Punktevergaben war regelmäßig ordentlich Alarm.
Dazu kamen zahlreiche weitere Programmpunkte. Die Teilnehmer aus Niedersachsen trafen sich zum gemeinsamen Austausch. Auf einem Platz in Santa Susanna wurde gemeinsam getanzt, kognitives Training absolviert und natürlich wieder um Punkte gekämpft. Auch medizinisch waren wir hervorragend betreut: Physiotherapeuten und weitere Ansprechpartner standen uns zur Verfügung – ein Angebot, das auch ich genutzt habe.
Beeindruckend war außerdem, welche Menschen diese Reise begleiteten. DFB-Vizepräsident Peter Frymuth war nicht nur für einen kurzen offiziellen Termin vor Ort, sondern über die Tage hinweg präsent und teilweise bis in die späten Abendstunden dabei. Auch der ehemalige Nationalspieler Patrick Owomoyela war vor Ort. Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hartmann nahm sich Zeit für einen interessanten Austausch mit uns, und auch ein DKMS-Beitrag gehörte zum Programm.
Besondere Momente waren außerdem die Botschaften aus der Nationalmannschaft: Bundestrainer Jürgen Klopp wurde zugeschaltet und richtete einige Worte an uns Ehrenamtliche, Nationalspieler Tom Bischof schickte eine Videobotschaft. Entscheidend waren für mich dabei weniger die prominenten Namen als die Botschaft dahinter: Auch Menschen aus dem Spitzenfußball nahmen sich Zeit für junge Ehrenamtliche von der Basis.
Mehr als Fußball
So wertvoll die fachlichen Inhalte waren: Diese Woche nur auf Fußball zu reduzieren, würde ihr nicht gerecht werden. Beim Frühstück, Mittag- oder Abendessen entstanden Gespräche, die teilweise überhaupt nichts mit Fußball zu tun hatten. Nach einem langen Tag saß man zusammen, lachte, trank ein Kaltgetränk, tanzte und feierte. An einem Abend ging es beispielsweise gemeinsam in einen Club.
Ich kann nach dieser Woche tatsächlich sagen, dass ich dort keinen einzigen Menschen kennengelernt habe, den ich als unsympathisch empfunden habe. Man konnte sich im Grunde zu jeder Gruppe dazusetzen und fühlte sich willkommen. Menschen, die man morgens noch nicht kannte, gehörten am Abend plötzlich zu denen, mit denen man die nächsten Stunden verbrachte.
Die Tage waren deshalb manchmal auch eine regelrechte Reizüberflutung – im besten Sinne. Permanent passierte etwas: neue Menschen, Gespräche, Fußball, Lernen, Musik, Challenges, gemeinsames Essen, Feiern und wenig Schlaf. Dass wir uns alle erst wenige Tage kannten, konnte man dabei schnell vergessen.
Barcelona – ein Meer aus Vereinstrikots
Am Donnerstag ging es nach Barcelona. An diesem Tag waren wir ausnahmsweise nicht in unserer einheitlichen Ausstattung unterwegs, sondern trugen die Trikots unserer jeweiligen Heimatvereine.
Das Ergebnis war ein kunterbuntes Bild aus unterschiedlichsten Farben und Wappen. Für mich war das eines der passendsten Bilder der gesamten Reise: Viele verschiedene Vereine, Regionen und Geschichten – und trotzdem eine Gemeinschaft. In Barcelona besuchten wir zunächst das FC-Barcelona-Museum. Anschließend hatten wir Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, sahen einiges von Barcelona, hatten jede Menge Spaß und natürlich durfte auch das eine oder andere Kaltgetränk nicht fehlen.
Vom Grünkohlessen nach Spanien
Dass ich überhaupt Teil dieser Reise sein durfte, verdanke ich meinem ehrenamtlichen Engagement beim SV Lilienthal-Falkenberg. Seit sechs Jahren begleite ich dort meinen Jahrgang 2011. Aus Kindern wurden Jugendliche und aus einer Mannschaft wurde über die Jahre ein wichtiger Bestandteil meines eigenen Lebens. Ich mache diese Arbeit, weil sie mir unglaublich viel Spaß macht und mir die Entwicklung meiner Spieler sehr am Herzen liegt.
Dass dieses Engagement irgendwann zu einer solchen Auszeichnung führen würde, hätte ich nie erwartet. Schon die Überraschung im Rahmen eines Grünkohlessens ist mir bis heute in Erinnerung geblieben. Für mein junges Ehrenamt im Fußballkreis Osterholz ausgezeichnet zu werden, war bereits eine riesige Wertschätzung. Dass daraus später diese Reise entstehen würde, hätte ich damals niemals gedacht.
Einer der persönlichsten Momente der Woche hatte dabei gar nichts mit einer Trainingseinheit zu tun. Ein erfahrener Referent nahm mich irgendwann zur Seite und sagte mir sinngemäß, ich solle mich nicht verändern. Er nehme mich als jemanden wahr, der genau wisse, warum er das alles mache, und dabei einfach er selbst bleibe. Diese Worte haben mich sehr berührt. Natürlich möchte ich mich als Trainer weiterentwickeln, Dinge hinterfragen und besser machen. Aber vielleicht bedeutet Weiterentwicklung eben nicht, ein anderer Mensch zu werden, sondern neue Dinge mitzunehmen und gleichzeitig bei dem zu bleiben, weshalb man irgendwann angefangen hat.
FC Ballcelona – und ein emotionaler Abschied
Am Freitag stand schließlich der letzte volle Tag an. Zunächst spielten wir verschiedene intensive Turnierformen, bevor sich beim freien Spielen neue Mannschaften quer durch die Gruppen bilden konnten. So entstand „FC Ballcelona“. Ich übernahm die Rolle des Coaches – und unsere spontan zusammengestellte Mannschaft schaffte es tatsächlich bis ins große Finale, wo wir uns knapp geschlagen geben mussten.
Natürlich hätten wir das Finale gerne gewonnen, aber irgendwie passte schon der Finaleinzug perfekt zu dieser Woche: Menschen, die sich wenige Tage zuvor noch überhaupt nicht kannten, standen plötzlich gemeinsam als Mannschaft auf dem Platz.
Danach hieß es Sachen packen. Und spätestens jetzt wurde allen bewusst, dass diese Woche tatsächlich zu Ende ging. Für den Abschluss wurden wir noch einmal an einen besonderen Veranstaltungsort gebracht. Bei einem spanischen Drei-Gänge-Menü, Musik, gemeinsamen und teilweise herrlich humorvollen Auftritten sowie beeindruckenden Videos ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren. Gerade das Medienteam hatte während der gesamten Reise großartige Arbeit geleistet und schaffte es, all diese Erlebnisse innerhalb weniger Minuten wieder lebendig werden zu lassen. Dazu kam ein Feuerwerk.
Und irgendwann wurde aus der ausgelassenen Stimmung echte Emotionalität. Es flossen Tränen, es gab lange Umarmungen und man versprach sich, in Verbindung zu bleiben. Gleichzeitig wusste jeder, dass man manche dieser Menschen vielleicht nie wiedersehen wird. Noch wenige Tage zuvor waren wir als Fremde angereist – jetzt fiel es schwer, sich voneinander zu verabschieden. Dass selbst Referenten und Menschen aus dem Organisationsteam gerührt waren, sagte eigentlich alles.
Auf der Rückfahrt blieb dann viel Zeit zum Nachdenken – dank eines geplatzten Reifens rund eine Stunde vor dem Ziel sogar noch etwas mehr als geplant.
Was bleibt
Wenn rund 240 junge Ehrenamtliche aus ganz Deutschland zusammenkommen, merkt man erst einmal, welche Kraft im Ehrenamt steckt. Überall stehen Menschen Woche für Woche auf Fußballplätzen, trainieren Kinder und Jugendliche, organisieren, hören zu, trösten nach Niederlagen, feiern Erfolge und versuchen, jungen Menschen etwas mitzugeben. Ich bin nach Spanien gefahren mit dem Wunsch, mich als Trainer, aber auch als Mensch weiterzuentwickeln. Zurückgekommen bin ich mit dem Gefühl, dass genau das passiert ist. Ich habe fachlich unglaublich viel gelernt, neue Sichtweisen kennengelernt und viele Ideen für meine Mannschaft gesammelt. Mindestens genauso wertvoll waren aber die Begegnungen, Gespräche und Erfahrungen abseits des Trainingsplatzes. Ich komme mit neuen Kontakten, großartigen Erinnerungen und noch mehr Motivation für mein Ehrenamt nach Hause.
Jetzt sitze ich wieder zu Hause und noch immer fällt es mir schwer, all diese Eindrücke vollständig zu sortieren. Was ich aber sicher weiß: Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte – meinem Verein und meiner Mannschaft, den Menschen, die mein Engagement gesehen und ausgezeichnet haben, und all den Organisatoren, Referenten, Trainern, dem Medienteam und den vielen Menschen im Hintergrund, die diese besondere Woche möglich gemacht haben.
Vor allem bin ich dankbar für all die Menschen, die als Fremde nach Spanien gefahren sind und dafür gesorgt haben, dass sich der Abschied wenige Tage später überhaupt nicht mehr nach dem Abschied von Fremden angefühlt hat. Eine Woche lang durften wir erleben, dass unser Ehrenamt gesehen wird. Jetzt geht es zurück auf die heimischen Fußballplätze – genau dorthin, wo alles angefangen hat. Mit neuen Ideen, neuer Motivation und Erinnerungen, die wahrscheinlich noch sehr lange bleiben werden.
Wenn ich noch einmal die Möglichkeit bekäme?
Ich würde sofort wieder in diesen Bus steigen. 25 Stunden hin oder her.







