SV Lilienthal-Falkenberg - Newsartikel drucken


Autor: Burkhard Wengorz
Datum: 06.05.2021


Lilienthaler Fußballgeschichten

Heute liebe Vereinsmitglieder im SV Lilienthal Falkenberg möchte Ihnen und Euch über Menschen berichten, die in unserer wunderschönen Gemeinde Lilienthal wohnten oder noch wohnen und in Lilienthal auch Fußball gespielt haben und als Trainer aktiv waren.

Alle aufgezählten Personen haben aber etwas gemeinsames. Sie spielten für den SV Werder Bremen. Was machen diese Menschen heute und welche Erinnerungen an Lilienthal haben sie noch:.

Starten wir mit der guten alten Zeit, als im TV Lilienthal die Fußballsparte 1950 gründet wurde. Und so spielte man auf dem Gelände neben dem Kohlenhandel der Familien Kohlmann und Werner.

Und der TVL war schon damals ein fortschrittlicher Verein. So konnten sich die Spieler in den Umkleideräumen der Kohlenfirma vom Vorsitzenden Alfred Werner umziehen und sogar duschen. Und zu den Auswärtsspielen wurde ein Firmenbus gestellt.

1964 wurde die Sportanlage Klosterweide mit einem Freundschaftsspiel gegen die Werder Meistermannschaft von 1964 / 65 eingeweiht.

Der TVL leistete sich auch schon damals einen bekannten Trainer. Horst Ebert, der kurz "Vati" gerufen wurde trainierte das erste TVL Team. Ebert spielte aktiv bei der BSG Turbine Halle / Saale und wurde 1952 DDR Meister.

In der Oberliga Nord spielte der erste große TVL Trainer bei Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg. Vati Ebert lebte in der Vahr und verstarb am 19. September 2015 im Alter von  86 Jahren.

Ein weiterer Trainer, der bei Grün Weiß spielte war Helmut Schimeczek. "Schimmi" gebürtig aus Berlin, spielte im Herrenbereich beim VfB  Fallersleben und anschießend beim  SV Werder Bremen. Er brachte den TVL Ende der 1970 Jahren so richtig auf Erfolgskurs. Unter Helmut Schimeczek stieg der TVL dreimal auf. Der Weg von der 1.Kreisklasse Osterholz in die Oberliga Lüneburg war schlechthin die Erfolgsgeschichte des Trainers der danach in die Amateuroberliga zum Bremer SV ging.

Das Spiel des Jahres gegen die Uwe Seeler Prominentenelf 1977 war nur einer von vielen Höhepunkten,. Der Mittelfeldspieler bestritt 155 Bundesligaspiele und erzielte 16 Tore.

Schimeczek spielte bis 1970 bei Werder Bremen und wurde Deuter Pokalsieger (1961) und Deutscher Meister (1964) Anschließend war er noch Trainer beim TSV Meyenburg, TSR Olympia Wilhelmshaven, SV Hemelingen und beim Bremer SV.

Helmut Schimeczek ist 83 Jahre alt und lebt in Spanien. Einmal im Jahr besucht er Lilienthal und trifft sich mit seinen ehemaligen Spielern im damaligen Vereinslokal im "Landgut Rohdenburg" vom damaligen Vereinswirt  Kalli Rohdenburg zu einem leckeren Essen.

Er war in dieser Zeit die Schlüsselfigur im erfolgreichen TVL Spiel. Mittelfeldspieler Volker Schöttner kam vom VfB Oldenburg nach Lilienthal. Davor spielte er für Bremerhaven 93 und Werder Bremen II. Schöttner gehörte von 1970 bis 1972 zu Bundesligakader und wurde im Nordderby gegen den HSV eingewechselt und erzielte sogar einen Treffer.

Das Ablösespiel für Volker Schöttner endete gegen die damalige Regionalligamannschaft des VfB Oldenburg mit einem 2:1 TVL Erfolg. Schöttner ist 69 Jahre alt und lebt in Bremen. 

Auch Bernd Goldschmidt hat bei Werder Bremen  gespielt. Bernd Goldschmidt spielte auch bei Werder Bremen II, dem Rotenburger SV und war Spielertrainer beim VfR Seebergen-Rautendorf.

Im SV Lilienthal Falkenberg trainierte er mit Erfolg die A Jugend in der Bezirksliga Lüneburg. Er bestritt eine Bundesligapartie und wohnt noch heute in der Gemeinde Lilienthal.

Ein ganz wichtiger Spieler in den Reihen des TVL war in den 1970 Jahren Bernd Schmidt. Der Allrounder bestritt 150 Spiele in der Bundesliga und erzielte 11 Tore. Bernd Schmidt kam vom KSV Hessen Kassel an die Weser. In Spielen der Hessenauswahl wurde Schmidt für Werder Bremen entdeckt. Nach seiner aktiven Zeit spielte er auch beim TSV Drentwede (Kreis Diepholz). Bernd Schmidt ist 73 Jahre alt und hatte im Bremer Steintor ein Sportgeschäft.

Er lebt heute in Achim. Noch heute schwärmt "der Bernd" wie er in Lilienthal liebevoll genannt wurde von der TVL Zeit, von der Klosterweide mit seinem Flair und seinen tollen Kameraden.

Auch Günter Ehrke hat eine Werder Vergangenheit. Er war in der Zeit von Trainer Legende Otto Rehhagel der Mannschaftsbetreuer. Günter Ehrke erlebte die glorreichen Jahre  von 1981 bis 1995 an der Weser. Der Kultbetreuer lebte in Lilienthal mitten im Herzen von Lilienthal.

Seine Laufbahn begann er beim TuS Vahr als Jugendtrainer. Dann der Wechsel zum SV Werder Bremen. Im SV Lilienthal Falkenberg trainierte er vorrangig die jüngsten Nachwuchsmannschaften.

Einmal im Jahr unternahm er eine Mannschaftsfahrt. Die letzte Fahrt führte 2006 nach Oberstaufen ins Allgäu. Dort war der LIFA Nachwuchs in der Sportschule von ex Profi Kalle Riedle zu Gast.

Eine der Höhepunkte war während der Freizeit in den Herbstferien eine Stadion Führung in der Allianz Arena in München und ein Abstecher ins Trainingsquartier an der Säbener Straße beim FC Bayern München. Nach seiner Trainertätigkeit im SV Lilienthal Falkenberg war Günter Ehrke noch für den SC Borgfeld aktiv,

Im Alter von 78 Jahren am 13. Februar 2018 verstarb der Kultbetreuer des SV Werder Bremen.

Eine weitere Fußballlegende des SV Werder Bremen lebte in der Gemeinde Lilienthal. Rudi Assauer der Werder Spieler, der Kapitän, der Trainer und der Manager war in der Gemeinde beliebt und fühlte sich richtig wohl.

1977 gehörte er zur Uwe Seeler Prominnten Elf, die auf der Klosterweide ein Freundschaftsspiel gegen die TVL 1.Herren austrug. Mit Borussia Dortmund wurde Rudi Assauer Europapokalsieger. (1961).

Bei Werder Bremen kam er auf 307 Bundesligaspiele (1970 bis 1976), spielte in der DFB U23 (1966 und 1967) und war beim FC Schalke 04 und VfB Oldenburg Trainer und Manager.

Rudi Assauer, der im Alter von 75 Jahre am 6. Februar 2019 verstarb war gerne zu Gast bei den TVL Weihnachtsfeiern und erzählte seine (Fußball) Geschichte. 

Auch Torwart Legende Günter Bernard lebte in Lilienthal und war einer der beliebtesten Bürger in der Gemeinde Lilienthal. Über Schweinfurt 05 kam er zum SV Werder Bremen (1963 bis 1974). Zum Abschluss seiner Laufbahn war er noch bei Atlas Delmenhorst aktiv,

Zwei Einsätze in der DFB U23 und 5 Länderspiele bestritt der Torwart, der auch zum Nationalkader 1966 bei der WM in England gehörte. Für Werder stand er 287 mal im Tor und wurde 1964 mit Werder Deutscher Meister und 1966 Vizemeister..

Gern war er den Einladungen der Jugendabteilung des TVL gefolgt und übergab bei den Hallenturnieren die Pokale. Günter Bernard ist 82 Jahre alt und lebt heute in Achim.

Günter Bernard war im Kaufhaus Hertie in der Sportabteilung  als Repräsentant. In Schweinfurt hatte sein Vater, der ebenfalls Nationalspieler war ein Sportgeschäft. 

Werner Görts lebt von allen ehemaligen Werder Spielern am längsten mit seiner Familie in Lilienthal. Die Familie Görts wohnt in der Nähe von Butendieker Gehölz und fühlt sich noch heute sehr wohl.

Sohn Bernd spielte mit Begeisterung im TVL Fußball. Immer wenn der ehemalige Werder Stürmer Zeit hatte, schaute er bei den Spielen auf der Klosterweide vorbei.

Über Borussia Neuenkirchen kam er 1965 zu den Bremern. Er bestritt 391 Spiele in der Bundesliga und erzielte 74 Tore. Auch in den DFB Pokalspielen war Werner Görts 14 mal erfolgreich. Nach seiner aktiven Zeit war er bei Werder Bremen Trainer der A Jugend, die damals in der höchsten Spielklasse in der Oberliga Nord spielten.

Werner Görts ist 79 Jahre und kommt gebürtig aus Cronenberg, einem Stadtteil von Wuppertal. Auch seine Ehefrau war eine sehr erfolgreiche Leichtathletin. Aktiv war sie bei Bayer 04 Leverkusen..  

Einer der wohl lustigsten Werder Spieler war Winton Rufer. Er lebte in seiner Zeit bei Werder auch in Lilienthal (1989 bis 1995) Auch Winton der 2002 in Auckland Kingz seine aktive Laufbahn beendete, war in Lilienthal sehr beliebt. Neben dem Fußball war der heutige 59. jährige Rufer auch Laienprediger in der Gemeinde Lilienthal Während seiner aktive Laufbahn spielte er in der Schweiz und Japan. 1997 gab er ein kurzes Gastspiel beim 1.FC Kaiserslautern..

Die schönste Erinnerung war ein Besuch beim Partnerschaftsturnier im Schoofmoor. Mannschaften aus Emmerainville (Frankreich) und Stadskanaal (Holland) waren am Start. Und der Werder Stürmer brachte für alle Mannschaften sein Kiwi Maskottchen als Gastgeschenk mit.

Vergessen sollten wir auch zwei Menschen, die nicht bei Grün Weiß gespielt haben, aber mit dem TVL als Trainer große Erfolge verzeichnen konnten.

Nach Helmut Schimeczek kam Dieter Goldbach an die Klosterweide. Dieter Goldbach gebürtig aus  Hamburg, spielte bis 1974 beim HSV Barmbek Uhlenhorst. Vom Hamburger Abendblatt wurde der Mittelfeldspieler in die Mannschaft des Jahres der Regionalliga Nord (1973 / 74) aufgenommen.

Im Sommer 1974 wechselte er zu Borussia Dortmund. Die Borussia spielte in dieser Zeit noch in der 2.Liga Nord. In 22 Spielen in der 2. Liga Nord kam er zum Einsatz.

Von 1975 bis 1977 spielte Goldbach bei Union Solingen, die auch zur 2. Liga Nord gehörten. Er erzielte in dieser Zeit fünf Tore. Vom Bremer SV wechselte er dann als Spielertrainer nach Lilienthal.

Der gelernte Koch  übernahm als Pächter den Schützenhof in Grasberg. Heute ist Goldbach 71 Jahre alt und lebt in Oberstaufen im Allgäu. 

Mit Mohamed Amiq schließt sich der Kreis der prominenten Spieler und Trainer in Lilienthal. Amig, heute 71 Jahre alt war einer der bekanntesten Spieler von Bremerhaven 93, die in der 2.Liga Nord noch spielten. Zuletzt spielte er für die Waldhof Buben von Waldhof Mannheim. 

Mohamed Amiq spielte von 1989 bis 2017 für den SV Grohn, FC Bremerhaven, Vatan Spor, TSR Olympia Wilhelmshaven und dem FC Oberneuland. Zuletzt war er beim OSC Bremerhaven als sportlicher Leiter tätig.

Obwohl seine Zeit in Lilienthal kurz war, konnte er mit der Mannschaft erfolgreich auftreten. Heute ist Mohamed Tennislehrer in Bremerhaven.

Fotos: (1) Günter Ehrke, der Kultbetreuer beim SV Werder Bremen und ein hervorragender Jugendtrainer (2) Bernd Schmidt, der ehe malige Werder Allrounder lebt heute in Achim und schwärmt noch heute seiner Zeit in Lilienthal (3) Bernd Schmidt in seinem Sportgeschäft im Bremer Steintor