SV Lilienthal-Falkenberg - Newsartikel drucken


Autor: Burkhard Wengorz
Datum: 10.06.2021


Chip im Ball: Fabian Ernst will den Fußball revolutionieren

Im Fußball von heute gibt es für alles Statistiken und Daten. Nur der Ball wurde bisher nicht analysiert. Fabian Ernst, in der Bundesliga einst für den Hamburger SV, FC Schalke 04, Hannover 96, Besiktas Istanbul, Kasimpa Spor Kulubu und OSV Hannover und bei Werder Bremen aktiv, möchte das ändern.

Seine größten Erfolge: 2003 Bremer Sportler, 2004 Deutscher Meister und DFB Pokalsieger. 2005 Ligapokalsieger, und 2009 Meister in der Türkei, 2009 und 2011 Pokalsieger in der Türkei.

2002 war Fabian Ernst zu Gast beim Schulverein Falkenberg im Schoofmoor und überreichte  beim Schulturnier der Grundschule als Ehrengast die Pokale.

Als der ehemalige Profi 2013 seine Karriere beendete, war der Fußball noch ein ganz anderer. "Damals hatten die Schiedsrichter noch keine Knöpfe im Ohr, und es gab noch keinen Videobeweis", sagt der 24 malige Nationalspieler.

"Packing-Daten" und "expected goals" - im heutigen Fußball wird jede Bewegung erfasst und analysiert. Ernst will als Startup - Gründer nun die letzte noch unerforschte Dimension angehen.

"Jeder Bereich des  Spiels ist komplett durchleuchtet", sagt der 41-jährige, der unter anderem für den HSV. Werder und Schalke in der Bundesliga spielte. "Nur der Ball ist noch ein unberührtes Thema".

Das ändert er nun. Als Mitglied und Investor der Firma "Sport Technology Systems" in seiner Geburtsstadt Hannover entwickelt er derzeit einen "Smartball".

Einen Ball mir Chip. "Dieser kann jede Berührung messen und auswerten". erklärt Ernst. "Den Punkt, an dem der Ball getroffen wurde, den Effet. die Höhe des Flugs und natürlich die Geschwindigkeit".

Welche Möglichkeiten das bietet, wird nicht nur Lucien Favre wissen. Zahlreiche Profis berichten, der ehemalige Dortmunder Trainer habe sie überrascht und manchmal auch genervt, weil er ihnen eintrichtern wollte, den Ball in einem minimal anderen Winkel zu treffen.

Taten sie dies, zeigten sie sich wiederum erstaunt über den Effekt. "Wenn du diese Dinge objektiv messen kannst, bist du einen großen Schritt weiter", sagt Ernst.

"Für mich wäre es ein Traum und eine Vision, wenn wir Einfluss darauf nehmen könnten, wie im Fußball künftig trainiert und gespielt wird". Der Prototyp des Smartball kommt aus den USA.

"Der dort entwickelte Ball war schon gut. Aber er steckt noch in den Kinderschuhen", so Ernst. "Wir verfeinern das Ganze noch". Im Sommer rund um die EM wird der Ball auf den Markt kommen. Allerdings nicht nur für den Profi-Fußball.

"Es soll kein Premium-Produkt für Top Vereine werden", sagt Ernst. "Das Ganze soll auch für Bezirksliga oder C Jugend Trainer nutzbar sein".

Der DFB verfolgt die Entwicklung gespannt. Es ist ein positiver Trend, das man bei Spielern*innen dies einbringen könnte.